
Wochenende, Zeit um zu schlafen, zu entspannen, zu feiern.
Und vor allem Zeit, um Unterricht zu planen. Wochenplanarbeit ist ja super, aber dass das Vorbereiten des Materials so verdammt lange dauern muss…

Wochenende, Zeit um zu schlafen, zu entspannen, zu feiern.
Und vor allem Zeit, um Unterricht zu planen. Wochenplanarbeit ist ja super, aber dass das Vorbereiten des Materials so verdammt lange dauern muss…
Das Lehrerzimmer ist ein Ort, voller Lehrer, Papier, Hefte, alter Stühle, sauerstoffarmer Luft, gefüllter und leerer Kaffeebecher , vor allem aber voller Süßigkeiten. Auf den großen Tischen steht eigentlich immer irgendwas zuckriges. Und besonders Lehrerkonferenzen sind Zusammenkünfte voller Kaffee und Süßigkeiten.
Und ich nehme, nach dem ich mir gestern auf einer solchen Konferenz eine gewaltige Überdosis einverleibt habe, nächsten Montag einfach mal eine Tüte Äpfel mit, das ständige Süßkramgefuttere kann ja so nicht gut sein. Obwohl ein bisschen Winterspeck im Hinblick auf die zugigen Gänge der Schule vielleicht gar nicht so schlecht wäre…
Was ist der natürliche und kaum überwindbare Fein der Motivation? Ich bin mir ziemlich sicher, das muss die morgendliche Dunkelheit sein!
Wenn der Wecker klingelt obwohl es draußen und damit auch drinnen noch stockfinster ist, dann macht das keine Lust darauf aus dem Bett zu klettern. Und dazu noch das Wissen um die Kälte, die mit der Dunkelheit einhergeht.
Nein, das ist schrecklich und es wird auch durch die Zeitumstellung am Wochenende nicht wirklich besser werden. Etwas früher hell bedeutet nämlich auch ebenso früher dunkel.
Nein, wie man es dreht und wendet, Herbst und Winter sind doof!
Kennt ihr dieses Gefühl nach Seminaren oder Fortbildungen, dieses „oh, das muss ich ALLES ausprobieren, und zwar SOFORT!“.
Das kann nicht gut sein!
Und bevor ich mir den Kugelschreiber ins Auge ramme, weil ich beim Unterrichtsplanen einnicke, lasse ich das jetzt bis morgen liegen. Trotz der in mir tobenden Übermotivation. Gesundheit geht vor!
Die Steinzeit liegt nun hinter meinen Sechstklässlern, wir wenden uns nun den ersten Hochkulturen zu. Beim Diktat der Definition werden auch Orte genannt, in denen die ersten Hochkulturen entstanden: Ägypten, Mesopotamien, Indien und China.
Mesopotamien habe ich lieber an die Tafel geschrieben, um allzu abstruse Verschreiber zu vermeiden. Natürlich kommen nicht alle gleich mit, während andere schon längst fertig sind, schreibt der letzte noch beim Nachbarn den vorletzen Satz ab.
Und so stellt einer der schnelleren schon die Frage: „Wo ist eigentlich Mesopotamien?“
Und die Antwort eines noch schreibenden Klassenkameraden kommt sofort und völlig genervt: „Oh Mann, an der TAFEL!“
Die Ferien sind vorbei, der unglaublich schöne Ausflug an den herbstlichen Ostseestrand vom Sonntag ebenfalls und so ist es wieder Zeit, sich dem Ernst des Lebens zu widmen. Bedeutet konkret: Wie bringe ich einer 8. Klasse den lateinischen Imperativ bei, wenn die ganz andere Probleme haben.
Während dem ersten Schüler spontan das Blut aus der Nase rinnt, bekommt sich sein Kumpel nicht mehr ein, weil Schüler drei den kurzen Textabschnitt: „Hic sum. Venio.“ korrekt übersetzt hat.
„Was ist denn nun los?“ – „Er hat gesagt: „Ich komme.“ – „Ja, und?“ – „Tom hat gesagt: „ICH KOMME.“
Ah, ok, ich vergaß die Pubertät. Kurze Zurechtweisung, weiter gehts.
Doch ich rechnete nicht mit der beständig weiterblutenden Nase, dem Kichern der Mädchen, dem Protest, warum man über wirklich komische Dinge wie „Ich komme.“ nicht lachen dürfe, über die blutende Nase aber schon und die Frage zwischen 7. und 8. Stunde, ob man nicht eine Pause machen könne, die im Stundenplan aber nicht vorgesehen ist.
„Nein, keine Pause, dafür haben wir heute keine Zeit, ihr seid zu nervig!“
„Aber Frau Feronia, natürlich sind wir nervig, es ist doch der erste Tag nach den Ferien!“
Recht haben sie. Und ich will aus irgendeinem Grund wieder zurück an den sonnenbeschienen und bis auf Meeresrauschen und Möwengeschrei stillen Strand!

Noch einmal ein paar Sonnenstrahlen einfangen, die herrliche würzige Herbstluft atmen und so die letzten Ferientage genießen.
So mag ich den Herbst sogar!